Hellweger Anzeiger;02.12.2011
Knackpunkte im Haushalt nicht beseitigt
Konsens sieht anders aus: Das interfraktionelle Gespräch zum Haushalt hat wenig Übereinstimmung gezeigt. Vor allem bei den echten Knackpunkten beharrten die Fraktionen auf ihren Standpunkten und suchten Mehrheiten.
Der Parkscheinautomat wird bestellt.
Die Grünen sind mit ihrem Vorschlag gescheitert, auf die Bebauung am Friedhof zugunsten der Überplanung des Festplatzes zu verzichten. Die SPD konnte den Festplatz noch nicht durchsetzen, weil es rechtliche Unklarheiten gibt. Beide Fraktionen wollen nun gemeinsam die Überprüfung der Teilbebauung beantragen.
Die FDP konnte ihr Handlungskonzept Demografische Entwicklung in diesem Haushalt noch nicht unterbringen. Die SPD signalisierte aber bereits Unterstützung dafür im nächsten Jahr.
Für den Vorschlag, bei der Straßenunterhaltung zu sparen, gab es für die FDP auch keine Mehrheit.
Der Verkauf von fünf Spielplätzen bleibt Bestandteil des Haushaltssicherungskonzeptes. CDU, Bürgerblock und Grüne bilden bei diesem Punkt eine Koalition gegen SPD, FDP und „jungeliste“, die auf die Einnahmen aus diesen Grundstücksverkäufen nicht verzichten wollen.
Eine Parkraumbewirtschaftung als Mittel gegen die Flughafenparker wird befürwortet, ob mit Gebühren oder ohne, ist allerdings noch offen. Die CDU hält am umstrittenen Begrüßungsgeld für Kinder fest und wird keine Bebauung am Festplatz zulassen.
Die „jungeliste“ ist enttäuscht, dass keiner ihrer weitergehenden Sparvorschläge beachtet wurde. Im Gegensatz zu ihr wagt sich keine andere Fraktion an die freiwilligen Leistungen heran. Die Ansicht, dass es besser sei jetzt 25 Prozent zu kürzen, als demnächst gar nichts mehr zahlen zu dürfen, bleibt ungeteilt.
Fraktionsvorsitzende Edda Röther: „Wir sind nicht zufrieden mit den Einsparungen. Diesmal waren die anderen die Nein-Sager.“
BBL-Fraktionschef Heinrich Schlinkmann bedauert, dass es keine strukturellen Verbesserungen im Haushalt gibt, aber das Tafelsilber schon verkauft wird. „So groß ist die Not noch nicht.“
FDP-Fraktionsvorsitzender Jochen Hake geht zwar von der Zustimmung seiner Fraktion zum Haushalt aus, doch die FDP wird sich genauso wie die anderen Fraktionen noch intern beraten. Die CDU tut sich laut Fraktionschef Rolf Kersting schwer mit der Zustimmung. Auch Fraktionschef Friedhelm Klemp wartet die weiteren Beratungen der Grünen ab. Er trauert vor allem der verlorenen Grünfläche am Friedhof nach. Auf die Zustimmung zum Haushalt legte sich bislang nur Michael Klimziak für die SPD fest.
Darüber, dass es in diesem Jahr so wenig Übereinstimmung im interfraktionellen Gespräch ab, sind alle mehr oder weniger enttäuscht.
Und Edda Röther brachte es gestern auf den Punkt: „Das war verschwendete Zeit.“
Eigentlich gibt es auch kaum noch etwas zu diskutieren. Die Spielräume sind aufgezehrt. Mangelverwaltung nennt man wohl das, was der Gemeindehaushalt darstellt.